Unternehmen mit weniger Schulden als ihre US und EU Pendants
Die Fundamentaldaten sind im Segment der Unternehmensanleihen der Schwellenländer weiterhin sehr gut. Dies wird deutlich, wenn man die durchschnittliche Unternehmensverschuldung in den Segmenten Investment Grade und High Yield betrachtet. Unabhängig von der Kategorie sehen wir, dass die Unternehmen in den Schwellenländern nach wie vor ein bis zwei Mal weniger fremdfinanziert sind als ihre Pendants in den USA und Europa. Dies ist wichtig, insbesondere wenn die Märkte in eine volatile Phase eintreten, wie wir sie im Jahr 2020 erlebt haben.
Ein weiterer Punkt, den es zu beachten gilt: Laut J.P. Morgan dürften die Unternehmen der Schwellenländer, sobald die Jahresergebnisse für 2021 vorliegen, wieder auf dem gleichen Verschuldungsniveau wie vor der Frühjahrskrise sein. Diese Recovery spiegelt eine ausgezeichnete Widerstandsfähigkeit, aber auch eine Fähigkeit zur schnellen Erholung wider. Wir haben dieses bereits in den Unternehmensergebnissen des dritten Quartals und in den ersten Einblicken in die Ergebnisse des vierten Quartals zu sehen bekommen. Dies unterstreicht die guten Fundamentaldaten der Anlageklasse.
Ein weiteres sehr wichtiges Element unserer internen Analyse des Kreditrisikos bei Anaxis ist die Liquidität, die besonders für Unternehmen in Schwellenländern wichtig ist. Diese Unternehmen haben eine Liquiditätsquote – d.h. die Bilanzliquidität im Verhältnis zur Gesamtverschuldung -, die etwa 10 Prozentpunkte höher ist als die ihrer US-Konkurrenten. Diese Überschussliquidität bietet ein zusätzliches Polster, auch in Zeiten der Volatilität. Schwellenländer-Unternehmen sind es mehr als Unternehmen in entwickelten Ländern gewohnt, mit Zeiten wirtschaftlicher und finanzieller Unsicherheit umzugehen. Sie sind daher historisch vorausschauender, was sie in die Lage versetzt hat, die Covid-19-Krise viel robuster zu überstehen.
Niedrigere Ausfallraten
Eine sehr konkrete Darstellung dieser besseren Fundamentaldaten finden wir, wenn wir die Ausfallquote betrachten. Laut J.P. Morgan sollten diese Ausfallquote im Bereich Emerging High Yield weiterhin niedriger sein als die von US-Emittenten. Zum Beispiel liegt die erwartete Ausfallrate für 2021 bei 2,8 % für Emerging High Yield, verglichen mit 3,5 % in den USA. Hier sollte betont werden, dass es sich hierbei nicht um ein neues Phänomen handelt. Tatsächlich wäre es das fünfte Jahr in Folge, in dem die Ausfallquote bei Emittenten aus Schwellenländern niedriger wäre als bei ihren US-Kollegen.
Ergänzend zu diesen starken Fundamentaldaten bietet die Kategorie der Unternehmensanleihen aus Schwellenländern überdurchschnittliche Renditen, was ein wichtiger Punkt für ihre Attraktivität ist. Unabhängig von der betrachteten Rating-Kategorie profitiert der Anleger von einem erhöhten Spread und damit einer erhöhten Rendite bei Unternehmen aus Schwellenländern im Vergleich zu US-amerikanischen oder europäischen Unternehmen. Interessant ist, dass diese Mehrrendite seit der Wahl von Joe Biden Anfang November relativ stabil geblieben ist und im Vergleich zu den langfristigen historischen Durchschnittswerten attraktiv bleibt.
